Woche für Woche
Feiertage sind dazu da, um gefeiert zu werden. Darum nutze ich auch immer gerne die Reichweite meiner Social-Media-Auftritte, um zu zeigen, welche wunderschöne Vielfalt an Feiertagen wir in Deutschland haben.
Vor ein paar Tagen habe ich Glückwünsche zum Zuckerfest, gestern zum Pesach-Fest ausgesprochen – und überübermorgen natürlich zum Osterfest.
Nun bin ich es ja gewohnt, viele Likes, aber auch viel Kritik für meine Aussagen zu bekommen. Aber bei den Glückwünschen eskaliert es immer besonders. Da erklären mir dann Menschen, welche Feiertage angeblich zu Deutschland gehören würden und welche nicht. Wie absurd.
Wir sind doch eine Republik – und eine Republik wird von Menschen gemacht. Und wenn diese Menschen einen Feiertag haben, gehört der doch mit dazu.
Der rote Faden ist mir wichtig. Meinen Vorgänger Karl-Peter Wettstein habe ich als Kind vor vielen Jahrzehnten bei einem Geburtstagsfest der Schöners in Neulußheim zum ersten Mal gesehen. Und ich fand es ganz toll, dass da ein „echter Politiker“ dabei war. Wohlgemerkt: Dieses Fest war voll mit Kommunalpolitiker*innen und Ortsvereinsvorsitzenden. Aber irgendwie war Karl-Peter für mich als Kind noch ein Stück mehr Politiker.
Und meine unmittelbare Vorgängerin Rosa Grünstein ist mir über die Jahre zu einer engen, ehrlichen und treuen Freundin geworden – ein ganz wundervolles Geschenk meines Lebens.
Die „Aktuelle Debatte“ im Landtag habe ich immer sehr gemocht. In meiner ersten Legislaturperiode habe ich sie gerne als Redner bestritten – zum ersten Mal in die „AD“ wurde ich gleich in meiner dritten Plenarsitzung geschickt – und in der zweiten Legislaturperiode auch gerne als Präsident geleitet. Denn hier diskutiert das Parlament als Volksvertretung, was derzeit auch im Land diskutiert wird.
Aber beim ehrlichen Blick auf die Arbeit im Landtag: Wie viele Menschen verfolgen so eine Aktuelle Debatte? Finden unsere Debatten nicht an anderen Orten statt? Diese Woche hatte ich beispielsweise auf einen einzelnen Satz von mir auf Facebook über 2500 Likes und über 1400 Kommentare. Hier findet viel „Aktuelle Debatte“ statt. Ob uns das passt oder nicht. Mir passt es, denn ich wollte und will immer am liebsten überall über Politik diskutieren. Und Facebook und Insta ist für viele Menschen eine gute Chance, mit mir über Politik zu reden. Und das ist gut. Denn Politik ist das, was uns alle angeht. Und Politik ist eine Möglichkeit, die Welt besser zu machen.
Ob sie stadtbildprägend waren? Da mache ich ein Fragezeichen. Aber schulwegprägend waren sie ganz sicher: die Kaugummiautomaten. In Rot oder Blau. Mit drei oder vier Sichtfenstern. Immer befüllt mit sehr harten Kugelkaugummis und manchmal noch mit Plastikschmuck, Schlüsselanhängern oder Sammelbildchen. Meine Oma hatte mir als Kind eingeredet, dass die Kaugummis in diesen Automaten immer verschimmelt wären. Und dabei hatte meine Oma keinen einzigen Tag als Automatenaufstellerin oder -befüllerin gearbeitet noch eine Schulung dazu beim Gesundheitsamt besucht. Aber irgendwie war sie für mich glaubwürdig. Und so weiß ich, dass ich an Tausenden von diesen Automaten vorbeimarschiert bin, ohne auch nur ein einziges 10-Pfennig-Stück einzuwerfen.
Die großartige Rita Süßmuth hat einmal gesagt, sie habe viel Ablehnung erfahren, Fremdheit empfunden, aber auch Unterstützung erlebt. Und dann führte sie fort: „Man fühlt sich oft einsam. Und ich weiß, das gilt nicht nur für mich; das gilt für viele in der Politik. Trotzdem: Ich habe es nicht bereut, in die Politik gegangen zu sein. Wir können etwas verändern – nicht die Welt, aber die Köpfe und das Handeln.“ Sehr weit davon entfernt, mich auch nur annährend auf eine Stufe mit dieser herausragenden Politikerin stellen zu wollen, dachte ich die letzten Tage auch oft an diesen Satz.
Gestern Abend hatten wir die große jährliche Mitgliederversammlung von „Gegen Vergessen – für Demokratie“ in der Academie der schönsten Künste in Stuttgart. Dieser Initiative stehe ich ja als Landessprecher vor, und mir bedeuten sowohl der Verein als auch mein Ehrenamt viel. Weil wir gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratie von neuen Rechtsradikalen – die aber auch als Teil ihrer Strategie die Vergangenheit vergessen machen wollen – gegenhalten. Ich sage „Demokratie braucht Erinnerung und Erinnerung braucht Demokratie“. Gestern hatten wir einen Fokus auf die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit früherer Abgeordneter und der Künstler*innen, die im Landtag ausgestellt werden, gelegt. Warum schreibe ich das hier in der Freitagspost?
Gestern hat Bundeskanzler Merz in Davos etwas Bemerkenswertes gesagt. Er – der perfekt Englisch spricht – hat davor kurz abgesetzt und betont, dass er diesen einen Satz nun auf Deutsch sagen wird.
Ich finde, dadurch, dass er an dieser Stelle bewusst in der Sprache unseres Landes gesprochen hat, wurde dieser Moment von einem großen zu einem historischen Satz:
„Autokratien haben Untertanen. Demokratien haben Partner und Freunde.“
In einer Welt der „Breaking News“ wirken wir Europäer*innen oft wie aus der Zeit gefallen, mit unserer Sehnsucht nach Konferenzräumen, Abstimmungen, Diplomatie und Verträgen. Dabei sollten wir genau daraus Selbstbewusstsein schöpfen.
Am Mittwoch war es dann auch bei mir soweit: der Quitters Day. Also der Tag, an dem der Neujahrsvorsatz sich in Luft auflöst. Ich hatte zunächst einen Gesprächstermin, bei dem mir ein Schoko-Muffin angeboten wurde. Da war ich noch tapfer, lehnte ab und erzählte was über meine guten Vorsätze. Auf dem Rückweg musste ich tanken – ausgerechnet bei einer AGIP-Tankstelle. Und da ist es eben so, dass ich einfach nicht an deren Bienenstich-Taschen vorbeigehen kann. Mein guter Neujahrsvorsatz endete an der Tankstelle auf dem Parkplatz mit einem herzhaften Biss in die Bienenstich-Tasche und geschlossenen Augen aufgrund des Genusses.
Es ist eiskalt draußen. Auch in der Weltpolitik weht ein eiskalter Wind. So hat das Jahr begonnen. Kein Demokrat kann dem Diktator von Caracas eine Träne hinterherweinen. Kein Demokrat kann den Angriff der USA auf Venezuela begrüßen. Es ist falsch, dass Bundeskanzler Merz schwurbelt. Politik heißt Dinge beim Wort zu nennen: Die USA haben Venezuela angegriffen. Es gab kein UN-Mandat, es gab keinen Angriff von Venezuela auf die USA. Damit haben die Vereinigten Staaten das Völkerrecht gebrochen.
Das neue Jahr ist schon einen Tag alt, Rauch und Böller haben sich verzogen und so liegt es friedlich und unbeschrieben vor uns. Markus und ich aber auch mein Team im Wahlkreisbüro wünschen Ihnen und Dir von Herzen ein gutes, glückliches und gesundes 2026.
Und es freut mich gleich für den Januar eine Einladung aussprechen zu dürfen, die so großartig zu diesem neuen Jahr passt: „Das Leben kommt von vorn.“ Unter dieser Überschrift findet der nächste Kurpfalz Horizont am Mittwoch, 21. Januar um 19 Uhr in der Kaffeebar der Rösterei Bonafede in Hockenheim statt.
08.05.2026, 13:00 Uhr - 18:00 Uhr Präsidium
08.05.2026, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr Preisverleihung der Carlo-Schmid-Stiftung
Im Namen der Carlo-Schmid-Stiftung laden wir Sie herzlich zur 15. Verleihung des Carlo-Schmid-Preises ein. G …
09.05.2026, 10:00 Uhr - 14:00 Uhr Regionalkonferenz Südbaden
Wir wollen deine Stimme hören!
Dafür kommen wir zu dir: Auf vier Regionalkonferenzen im ganzen Land l …
09.05.2026, 14:00 Uhr - 18:00 Uhr Regionalkonferenz Südwürttemberg
Wir wollen deine Stimme hören!
Dafür kommen wir zu dir: Auf vier Regionalkonferenzen im ganzen Land l …
16.05.2026, 10:00 Uhr - 14:00 Uhr Regionalkonferenz Nordwürttemberg
Wir wollen deine Stimme hören!
Dafür kommen wir zu dir: Auf vier Regionalkonferenzen im ganzen Land l …
19.06.2026 - 19.06.2026 Gremien im Vorfeld des Landesparteitag
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Weitere Links:
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August Bebel *22.2.1840, gest. 13.8.1913
Friedrich Ebert *4.2.1872, gest. 28.2.1925
Otto Wels, historische Rede 23.3.1933 gegen das Ermächtigungsgesetz, *15.9.1873, gest. 16.9.1939
Kurt Schumacher *13.10.1895, gest. 20.8.1952
Erich Ollenhauer *27.3.1901, gest. 14.12.1963
Fritz Erler *14.7.1914, gest. 22.2.1967
Herbert Wehner *11.7.1906, gest. 19.1.1990
Willy Brandt *18.12.1913, gest. 8.10.1992
Gedenken des Attentats auf Utøya 22. Juli 2011
Helmut Schmidt *23.12.1918, gest. 10.11.2015