Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion:
Der Gemeinderat beschließt, die Verwaltung wird beauftragt, zum Beginn des kommenden Schuljahrs an den bereits bestehenden Horten an den Schulen jeweils eine weitere Gruppe einzurichten, wo dies räumlich möglich ist.
Begründung:
Als eines der größten Hindernisse in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Hemmschuh für die Entscheidung für ein Kind werden deutschlandweit zu wenige Betreuungsplätze in Kindertagesstätten und Schulen genannt.
Mit der Einführung des Elterngeldes, dem Ausbau des Angebots an Krippenplätzen und dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab einem Jahr von 2013 an hat die Bundesregierung auf den gesellschaftlichen Wandel reagiert.
Für Pforzheimer Eltern indes zeigen sich die Stolpersteine auf dem Weg als ganz besonders hoch! Zwar wurden in den vergangenen Jahren mehr Plätze für Kleinkinder geschaffen und das Angebot an Ganztagesplätzen in Kitas ausgebaut, aber spätestens mit Schuleintritt der Kinder stehen die hiesigen Eltern vor einem großen Dilemma, da in den Horten an den Schulen keine ausreichenden Plätze zur Verfügung stehen. Rund 200 Kinder stehen derzeit auf den Wartelisten der bereits bestehenden Horte!
Zwölf bis vierzehn Wochen Schulferien im Jahr sind für fast kein berufstätiges Elternpaar zu managen. In Pforzheim zeigt sich aber noch eine besondere Problematik: Ende 2008 lag der Anteil der Alleinerziehenden an allen Haushalten der Stadt mit Kindern unter 18 Jahren bei 31,2 Prozent, während der Bundesdurchschnitt im Jahr 2007 bei einem Anteil von 18,3 Prozent lag.
Für Alleinerziehende ist eine durchgängige Kinderbetreuung aber unabdingbar, da sonst der Verlust des Arbeitsplatzes droht oder im Fall der Arbeitssuche die Ablehnung eines potentiellen Arbeitgebers sicher ist.
Pforzheim trägt immer noch die rote Laterne im landesweiten Vergleich der Arbeitslosenzahlen! Die Ausgaben der Stadt für soziale Sicherung steigen ungebremst. Wenn wir diesem Trend entgegensteuern wollen, müssen wir die geeigneten Instrumente einsetzen. Die SPD-Fraktion sieht den gezielten Ausbau der Kinderbetreuung auch als einen unabdingbaren Teil der Wirtschaftsförderung!
Um mehr Eltern die Aufnahme einer Berufstätigkeit zu ermöglichen bzw. einen drohenden Arbeitsplatzverlust zu verhindern, fordert die SPD-Fraktion deshalb die Einrichtung jeweils einer weiteren Hortgruppe an den Schulen für das Schuljahr 2011 /2012, an denen bereits Horte eingerichtet sind und wo die Erweiterung auch räumlich ohne allzu große Probleme möglich ist.
Die SPD-Fraktion stellt den jetzigen Antrag ganz bewusst parallel zum bereits gestellten Antrag auf Ausbau der Schulkindbetreuung für diejenigen Schulen, an de-nen noch kein Hort an der Schule eingerichtet ist, da es sich bei dem dortigen Antrag um Maßnahmen handelt, die kostenintensiv sind und deshalb wohl nicht bereits zum neuen Schuljahr 2011 / 2012 realisiert werden können.
Die Einrichtung weiterer Gruppen in bestehenden Horten ist dagegen problemlos zum neuen Schuljahr von den jeweiligen Trägern umsetzbar.
Dorothea Luppold, Fraktionsvorsitzende
Jacqueline Roos, Stadträtin
Helmut Metzger, Stadtrat