Die SPD in Pforzheim ist von den Personalenstscheidungen am Rande der Klausurtagung am Schwielowsee in Brandenburg auch überrascht worden. „Nach dem bereits am Samstag die Nominierung von Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat in den Medien durchgedrungen ist, haben uns die heutigen Entscheidungen nicht minder überrascht,“ so der SPD Kreisvorsitzende Ralf Fuhrmann.
Es war abzusehen, dass die Kanzlerkandidatur auf den amtierenden Außenminister Steinmeier heraus läuft, allein der Zeitpunkt der Nominierung war wohl noch offen. Damit hat die SPD ein klares Zeichen gesetzt – ist Steinmeier doch einer der zentralen Mitarbeiter und Umsetzer an der Agenda 2010 gewesen. Als kluger, analytischer, aber auch ausgleichender Politiker hat sich Steinmeier in Deutschland, Europa und der ganzen Welt als vertrauensvoller und geachteter Politiker einen besonders guten Ruf erworben. Nicht umsonst ist er einer der beliebtesten Politiker in Deutschland. Mit ihm als Kanzlerkandidat hat sich die SPD nunmehr eindeutig und zukunftsorientiert positioniert.
Der Rückzug von Kurt Beck als SPD Parteivorsitzender kommt dagegen jetzt völlig unerwartet. Er stand vor zwei Jahren bereit, als durch den Rücktritt Platzecks der Parteivorsitz vakant wurde. Wie selbstverständlich hat er sich –wie kein anderer- in dieser damals schwierigen Situation in die Pflicht nehmen lassen. Er war und ist nicht der „Machtmensch“, den viele sich an dieser Stelle wünschten. Er arbeitete hart für die SPD und für Deutschland – das neue Hamburger Parteiprogramm steht dafür.
Dabei haben es ihm die Partei und vor allem auch die Medien nicht leicht gemacht – und gerade auch die Medien sind nicht immer fair mit ihm umgegangen. Beck gebührt für seinen 2jährigen Parteivorsitz Dank und Anerkennung.
Mit Franz Müntefering steht nun wieder ein sozialdemokratisches Urgestein und eine Integrationsfigur an der Spitze der Sozialdemokratie. Er wird versuchen die SPD wieder zu einen und für eine geschlossene Darstellung und Positionierung zu sorgen.
Gemeinsam stehen Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat und Franz Müntefering als SPD Parteivorsitzender für eine starke soziale SPD, die in Deutschland gebraucht wird! Sie werden aber weiterhin die Unterstützung und den Rückhalt der Basis vor Ort brauchen. „Durch diese Personalentscheidungen wird aber eben auch die SPD vor Ort deutlich gestärkt und motiviert,“ so ist sich Ralf Fuhrmann sicher.
Ralf Fuhrmann