Der Gemeinderat möge beschließen, die Verwaltung zu beauftragen:
- eine Konzeption zur Einrichtung eines Jugend- und Familienzentrums in Brötzingen unter Einbeziehung der Zielgruppen und des Sozialraums zu erstellen,
- geeignete Räumlichkeiten (wie z.B. das Rathaus in Brötzingen) zu prüfen,
- ein Finanzierungskonzept zu erstellen und einen Zeitplan zur Realisierung vorzulegen, wobei Ziel die Eröffnung des Jugend- und Familienzentrums Brötzingen im Herbst 2013 sein soll.
Begründung:
Am 18. Dezember 2007 wurde im Gemeinderat das Eckpunkte-Konzept zur Einrichtung von Familienzentren in den Stadtteilen beschlossen, mit dem Ziel des Ausbaus einer niederschwelligen und frühzeitig wirksamen Angebotsstruktur für Familien, Kinder, Senioren und Jugendliche in den relevanten Stadtteilen.
Inzwischen sind in Pforzheim fünf Familienzentren in verschiedenen Stadtteilen und mit unterschiedlicher Betriebsträgerschaft etabliert, die alle hervorragend mit den jeweiligen Akteuren vor Ort vernetzt sind und für alle Altersklassen ein breites und differenziertes Spektrum an Angeboten installiert haben.
In Brötzingen ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in den letzten Jahren stark angestiegen, das Gleiche gilt für sozial schwache und oft bildungsferne Familien, von denen viele hilfebedürftig sind, wie am Zulauf zur Brötzinger Tafel in der Kelterstraße fast täglich zu sehen ist.
Derzeit gibt es in Brötzingen noch kein Familienzentrum - die SPD-Fraktion sieht hier aber dringenden Handlungsbedarf, da das künftige Einzugsgebiet auch einen Teil der Weststadt sowie Maihälden und einen Teil des Arlinger erfasst.
Die vorhandene Angebotsstruktur für ältere Kinder und Jugendliche ist schwach ausgeprägt und die Finanzierung des Brötzinger Jugendtreffs nur bis Ende 2013 gesichert. Zudem haben sowohl der Brötzinger Jugendtreff als auch der Arlinger-Jugendtreff, die beide vom Stadtjugendring betrieben werden, nur sehr eingeschränkte Öffnungszeiten.
Mit der Einrichtung eines Familienzentrums in Brötzingen kann einer Vielzahl von Problemen, die in den letzten Jahren im Stadtteil entstanden sind, begegnet werden und vielen Menschen, z.B. Alleinerziehenden oder Arbeitssuchenden, aber auch Senioren, für die es keine offenen Treffs gibt, adäquate Angebote gemacht werden.
Hier würden sich auch ergänzende Angebote wie zusätzliche Sprachförderung, Lernbegleitung oder Ferienbetreuung für Kinder installieren lassen, die durch die verschiedenen Schulen im Einzugsgebiet nicht abgedeckt werden können.
Die SPD-Fraktion bittet die Verwaltung, die entsprechenden Planungen für ein Familienzentrum in diesem Stadtgebiet unverzüglich aufzunehmen, damit spätestens im Herbst 2013 die Eröffnung stattfinden kann.
Dorothea Luppold, Fraktionsvorsitzende
Jacqueline Roos, Stadträtin
Ellen Eberle, Stadträtin