Jens Kück, SPD-Gemeinderat, legt in Sachen Westtangente nach. Gemeinsam mit dem Bürgerverein Dillweißenstein und dem Weststadt-Bürgerverein wendet er sich an Verkehrsminister Ramsauer.
Dietlinde Hess, Bürgerverein Dillweißenstein eV
Fritz Sinzenich, Weststadt Bürgerverein eV, Stadtrat
Jens Kück, Naturfreunde OG Pforzheim eV, Stadtrat
03.09.2012
Herrn Verkehrsminister,
Bundesbauminister
Dr. Peter Ramsauer, MdB
Berlin
Westtangente B 463 Pforzheim – 1. Bauabschnitt
Sehr geehrter Herr Minister Ramsauer,
just als Sie 1973 Ihr Abitur ablegten begannen in Pforzheim (120.000 EW) die Planungen einer Westumfahrung. Welch ein langer Lebensabschnitt liegt seitdem hinter Ihnen!
Können Sie dann nachempfinden, wie lange unsere Bürger auf eine Lärmentlastung warten? Wie lange wir auf eine Verkehrsentlastung in der Innenstadt warten? Wie lange wir an unserem Verkehrssystem arbeiten und bauen, dieses aber nach sämtlichen Gutachteraussagen erst auf der Basis der Westtangente richtig funktionieren kann?
Können Sie dann nachempfinden, dass unser Mobilitätskonzept Grundlage unserer Stadtentwicklung ist, auch unserer Wirtschaftsentwicklung?
Der berühmte Mediziner Robert Koch sagte vor 100 Jahren: “Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen, wie die Pest und die Cholera“. Sehen Sie: Deswegen schlagen wir Ihnen gegenüber als Bundesbauminister und Verkehrsminister Alarm. („Alarm“ kommt übrigens aus dem Italienischen „all´arme“ – zu den Waffen!).
Unsere Westtangente soll die Innenstadt vom Durchgangsverkehr, der auf den drei Bundesstraßen B 10, B 294 und B 463 fließt, entlasten und für tausende Bewohner eine deutliche Lärmentlastung bringen.
Seit Ihrem Abitur haben sich alleine auf Bundesebene mit unserer Westtangente befasst: 14 Bundesminister für Verkehr, 22 politische und 17 beamtete Verkehrs-Staatssekretäre.
Manche waren vor Ort, alle wurden durch unsere MdB konkret informiert, bei vielen waren Delegationen unserer Stadtspitze, den Spitzen der IHK, des Kreises, des Regionalverbandes.
Die Gerichte haben bis zur letzten Instanz Recht gesprochen. Zum ersten Mal hat auch unsere Landesregierung eine klare Prioritätensetzung zu den Bundes - Fernstraßen gefasst. Wir liegen mit der Maßnahme auf Platz zwei.
Wenn Sie sich Ihr Leben seit dem Abitur Revue passieren lassen… Nicht wahr, das ist eine verflixt lange Zeit.
Und da wir in Baden – Württemberg leben und Pforzheim das einzige Oberzentrum ist, das in den vergangenen 50 Jahren noch keine Umgehungsstraße zur Verkehrsentlastung bekommen hat, gestatten Sie den Hinweis, dass wir das Land sind mit den höchsten Durchgangsverkehren und wir alle fleißig in den Länderfinanzausgleich einzahlen.
Sorry, was muss eigentlich noch passieren, damit wir die seit Ihrem Abitur geplante Umfahrung endlich bekommen?
Sehr geehrter Herr Minister, wir Bürger sind es leid, dass immer neue Ausreden und Vertröstungen den Bau hinausschieben. Denn:
- Sie wissen, dass die Maßnahme durch alle Instanzen beklagt wurde,
- Sie wissen, dass wir Baurecht haben,
- Sie wissen bestimmt, dass die Westtangente schon auf 500 Meter Länge gebaut ist,
- Sie wissen sicher auch, dass die weiteren 800 Meter bis zur Dietlinger Straße ( L 562 ) bereits eine enorme Entlastung brächten. Für die zwei erforderlichen Brückenbauwerke sind die Ausschreibungen vorbereitet.
2013 kann und sollte das Jahr des offiziellen Baubeginns des Abschnittes von der B 10 bis zur L 562 werden.
Wir können nur den Kopf darüber schütteln, dass der t-online Routenplaner schon jedes Wohnwagengespann und jeden Urlauber (z.B. von den Enz – Nagold – Höhen) über die Dietlinger Straße und die Pforzheimer Westtangente zur BAB A 8 Anschlussstelle West leitet. Dies nicht nur in der Kartendarstellung sondern auch in der Zeit- und Entfernungsbeschreibung. Doch – wo ist sie denn?
Bitte helfen Sie uns - j e t z t !
Geben Sie das erforderliche Geld an unser Land.