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SPD Regionalzentrum Karlsruhe-Nordschwarzwald

Seniorinnen und Senioren der SPD besuchen historisches Silber–Bergwerk im Schwarzwald

Veröffentlicht am 22.07.2012 in Arbeitsgemeinschaften

„Glückauf“ tönt es uns entgegen. Das hätten wir – Senioren-Besuchergruppe der SPD–AG 60 Plus aus Pforzheim und dem Enzkreis – hier mitten im nördlichen Schwarzwald wirklich nicht erwartet. Mit einem herzhaften „Grüß Gott“ haben wir den freundlichen Gruß gern erwidert. Wir befinden uns am Eingang des „Hella-Glück-Stollens“ des historischen Silber–Bergwerks in Neubulach, zwischen Calw und Altensteig gelegen.

Jeder Besucher bekam einen leuchtend roten oder orange-farbigen leichten Umhang zum Schutz gegen etwa herabfallende Wassertropfen umgelegt. Dann marschierten wir etwa 800 m durch den Berg, ein schmaler und gerade mannshoher Stollen, ein bequemer Fußweg, mal auf- mal absteigend, in leichten Windungen, auch mal abrupten Richtungsänderungen, elektrisch gut ausgeleuchtet. Was bewog Menschen vor gut tausend Jahren, hier den Boden aufzugraben, in schweißtriefender Muskelarbeit Tunnel in das harte Schwarzwald–Gestein zu schlagen? Gewonnen wurde erzhaltiges mineralisches Gestein (Azurit, Malachit). Heute sind noch deutliche Spuren davon an den nackten Felswänden als unregelmäßige Muster der Natur in kräftigem Tiefblau, bis zu mehrere Handflächen groß, zu erkennen. Nein, nicht aufgemalt, es sind heute noch kräftig sichtbare Spuren der damals so begehrten Mineralien, welche die Menschen in die Tiefe lockten. Es ging ganz schlicht um die Gewinnung von Silber.

Der Silberbergbau, wenn auch mühselig genug, blühte im Mittelalter. Als Amerika entdeckt war, kamen von dort ungeahnte Mengen des begehrten Edelmetalls. Nun stagnierte der heimische Abbau, aber erst 1923 kam das endgültige Aus. Die Luft ist rein und klar in diesen unterirdischen Gängen, so jedenfalls für die Besucher heute. Bei der Arbeit mit Hammer und Pickel entstand schwerspathaltiger Staub. Der war der Gesundheit sehr abträglich. So wurden die Bergleute nicht älter als im Schnitt 30 Jahre, wird berichtet. Seit 1973 gibt es einen „Reinstluftstollen“ als Asthma–Therapiestation.

Wir verlassen das eindrucksvolle Stollen-System nach etwa einer guten Stunde bequemen Fußmarsches unter Tage. Nach einer urigen Vesper ging`s heim durch die wunderschönen Täler mit den nicht enden wollenden Tannenwäldern und den freundlichen Ortschaften mit ihren Menschen.

 

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