Jens Kück ,Stadtrat und erster Vorstand der Naturfreunde, wendet sich in einem offenen Brief mit der Bitte um raschen Weiterbau der Westtangente B 463 an Regierungspräsidentin Nikolette Kressel (SPD). Gemeinsam mit den Bürgervereinsvorsitzenden von Dillweißenstein und dem Weststadtbürgerverein, Dietlinde Hess und Fritz Sinzenich hat Jens Kück darauf aufmerksam gemacht, dass bereits eine erste Tranche bis zur Dietlinger Straße viele Tausend Menschen vom Lärm entlasten könnte.
Konkret lautet es in dem Brief, der auch an OB Gert Hager und MdB Katja Mast ging:
"Sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin,
Sie haben eine Zeit lang in Pforzheim gewohnt und sind schon deshalb und nunmehr zusätzlich als Regierungspräsidentin hervorragend mit dem Pforzheimer Problem der Westtangente vertraut.
Vor 34 Jahren: Seit 1978 wird die äußere Westtangente als B 463 geplant. Sie wird im ersten Abschnitt den Verkehr von der Anschlussstelle West der BAB A 8 über einen Knoten an der B 10, den Knoten mit der L 562 (Dietlinger Straße) durch den Arlinger Tunnel mit der B 294 (Wildbader Straße) und dem Gewerbegebiet im Enztal verbinden. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Sonnenberg Tunnel mit Anschluss südlich von Dillweißenstein an die vorhandene B 463.
Vor 27 Jahren: Am 16.04.1985 hat der Pforzheimer Gemeinderat diese Straßenplanung mit großer Mehrheit beschlossen.
Vor 7 Jahren: Im Jahr 2005 hat das Bundesverwaltungsgericht den langwierigen Klageweg vorläufig beendet.
Vor 1 Jahr: Im Laufe des Jahres 2011 ist endlich der Anschluss der Westtangente mit Brücke über die B 10 an die BAB A 8 fertiggestellt worden und funktioniert ausgezeichnet.
Das Jahr 2012: Im Laufe diesen Jahres ist insbesondere das Regierungspräsidium Karlsruhe gefragt, die Planungen für den aus Sicherheitsgründen notwendigen Fluchttunnel abzuschließen. Planungsrechtlich dürfte die parallel zum genehmigten Arlinger Tunnel geführte Röhre keine Probleme bereiten.
Unsere Bitte ist heute daher schlicht und wir meinen auch erfüllbar: Bitte setzen Sie, sehr geehrte Frau Kressl, alles Ihnen Mögliche daran, diese Planung zum Abschluss zu bringen.
Uns interessiert 2012 nicht, welche Regierung in Bonn, Berlin und Stuttgart wie lange an den Planungen mitgewirkt hat und Geld in Aussicht stellte. Heute ist die Zeit gekommen, in der endgültig gehandelt werden muss.
2013 kann und sollte das Jahr des offiziellen Baubeginns des Abschnittes von der B 10 bis zur L 562 werden.
Man kann nur den Kopf darüber schütteln, dass der t-online Routenplaner schon jedes Wohnwagengespann und jeden Urlauber (z.B. von den Enz – Nagold – Höhen) über die Dietlinger Straße und die Pforzheimer Westtangente zur BAB A 8 Anschlussstelle West leitet. Dies nicht nur in der Kartendarstellung sondern auch in der Zeit- und Entfernungsbeschreibung. (* Anlage im Originalbrief)
Pforzheim ist bekanntlich das einzige Oberzentrum in Baden Württemberg, das in den vergangenen 50 Jahren keine Ortsumgehung für die vorhandenen Probleme mit dem Schwerlastverkehr als auch mit dem Pkw Durchgangsverkehr erhalten hat.
Die Maßnahme Westtangente B 463 ist existenzieller Bestandteil unseres Verkehrsentwicklungsplanes, den der Gemeinderat ohne Gegenstimme beschlossen hat.
Die Westtangente ist von der Landesregierung auf Rang zwei (!) gesetzt in der Liste der wichtigsten Bundesstraßen-Maßnahmen des Landes.
Die Westtangente Pforzheim wird in großer Einigkeit von Wirtschaft (u.a. IHK, HWK), Handel, Gemeinden des Umlandes von Pforzheim, Enzkreis und Regionalverband Nordschwarzwald gefordert. Sie entlastet viele zig-Tausend Bewohner vom Lärm in den Durchgangsstraßen.
Parallel zur Westtangente plant und setzt die Stadt Pforzheim ihren aktuellen Verkehrsentwicklungsplan um, damit der Umweltverbund einen höheren Anteil bekommt, damit der ÖPNV durch den neuen ZOB beim Hauptbahnhof noch attraktiver wird, damit mit dem im Bau befindlichen Innenstadtring die Durchgangsverkehre und die Anlieferverkehre zügiger und umweltfreundlicher ihre Ziele erreichen, damit unsere Gäste flüssiger die Parkgaragen finden. Schließlich werden einige Straßen fußgängerfreundlicher umgebaut und in ihrer Aufenthaltsqualität deutlich aufgewertet.
Mit freundlichen Grüßen.
Fritz Sinzenich
Dietlinde Hess
Jens Kück