Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion:
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Alle Pforzheimer Eltern, deren Kindern im Schuljahr 2013/14 die 4. Klasse besuchen, möglichst zeitnah nach ihren Präferenzen für die weiterführende Schule zu befragen. Die Fragestellung sollte neben den bislang in Pforzheim angebotenen Schultypen auch die Gemeinschaftsschule beinhalten; bei den Gymnasien sollte unbedingt nach G8 und G9 differenziert werden.
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Die Verwaltung wird aufgefordert, die Ergebnisse der Befragung mit entsprechenden Handlungsempfehlungen an das Regierungspräsidium und das Kultusministerium weiterzuleiten, damit Engpässe an den möglicherweise betroffenen Schulen rechtzeitig vermieden werden können.
Begründung:
Die Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Einführung von G9 als Modellversuch an 44 Schulen sowie die Möglichkeit der Einrichtung von Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg beschlossen.
Mit dem gleichzeitigen Wegfall der verbindlichen Empfehlung für die weiterführende Schule konnten sich die Eltern auch die jeweilige Schulart eigenständig aussuchen.
In Pforzheim wurde mit dem Schuljahr 2012/13 am Theodor-Heuss-Gymnasium G 9 wieder eingeführt.
Erst mit der Anmeldung an der weiterführenden Schule im März 2012 lagen die Schülerzahlen, die Grundlage für alle weiteren Planungen an den Schulen sind, vor. Das Theodor-Heuss-Gymnasium, obwohl nur als dreizügige Schule ausgelegt, hat fünf 5.Klassen für G9 aufgenommen, zwei Dutzend weitere Anmeldungen mussten abgelehnt werden.
Für das Schuljahr 2013/14 wurde das THG mit Anmeldungen regelrecht überrannt; das Kultusministerium genehmigte letztendlich neun 5. Klassen. Die Schule befindet sich somit jenseits aller Kapazitätsgrenzen, nur mit ungeheurer Kraftanstrengung seitens der Schule lassen sich die Herausforderungen räumlich und personell meistern. Eine weitere „G9-Anmeldungswelle“ ist am THG Pforzheim nicht mehr zu leisten.
Die SPD-Fraktion fordert daher die Verwaltung auf, noch in diesem Jahr eine Befragung unter allen Pforzheimer Eltern mit Kindern in der 4. Klasse durchzuführen, um frühzeitig eine Tendenz bei den Anmeldezahlen für die jeweilige Schulart zu erhalten. Sollte sich wieder eine ähnlich hohe Anzahl an Anmeldungen für G9 abzeichnen, wird die Verwaltung aufgefordert, auf die Verantwortlichen im Land Baden-Württemberg einzuwirken, weitere Schulen für G9 zuzulassen, um dem Elternwillen gerecht zu werden. Der Wegfall der Grundschulempfehlung sollte diesem ja Rechnung tragen und so sollte sich das Land dann entsprechenden, weitergehenden Forderungen nicht verschließen.
Die Befragung der Eltern muss nach Auffassung der SPD-Fraktion zudem auch die Fragestellung nach der Einführung einer Gemeinschaftsschule beinhalten, da dieser Schultyp in Pforzheim noch nicht angeboten wird und über eine mögliche Nachfrage der Eltern bislang keine Daten vorliegen.
Dorothea Luppold, Fraktionsvorsitzende
Jacqueline Roos, Stadträtin
Helmut Metzger, Stadtrat