
Am Mittwoch war es dann auch bei mir soweit: der Quitters Day. Also der Tag, an dem der Neujahrsvorsatz sich in Luft auflöst. Ich hatte zunächst einen Gesprächstermin, bei dem mir ein Schoko-Muffin angeboten wurde. Da war ich noch tapfer, lehnte ab und erzählte was über meine guten Vorsätze. Auf dem Rückweg musste ich tanken – ausgerechnet bei einer AGIP-Tankstelle. Und da ist es eben so, dass ich einfach nicht an deren Bienenstich-Taschen vorbeigehen kann. Mein guter Neujahrsvorsatz endete an der Tankstelle auf dem Parkplatz mit einem herzhaften Biss in die Bienenstich-Tasche und geschlossenen Augen aufgrund des Genusses.
Aber irgendwie sind diese Neujahrsvorsätze ja auch wenig schmeichelhaft. Fasst man alle mal zusammen, müsste man ja den Eindruck haben, der Mensch ist ein Wesen, das nur eine Ansammlung von schlechten Angewohnheiten ist: zu viel Nikotin, zu viel kiffen, zu viel Halteverbot, zu viel Alkohol, zu viel Fernsehen, zu viel Süßigkeiten, zu viel TikTok, zu viel Einkaufen, zu viel Lieferdienst, zu viel Unordnung, zu viel Rumsitzen, zu viel Müll produzieren, zu viel Salz, zu viel Zucker, zu viel Koffein …
Und so schlechte Angewohnheiten loszuwerden, nehmen wir uns ausgerechnet für die kältesten Tage vor. Also dann, wenn man am ehesten das Bedürfnis hat, mal selbst die Seele zu wärmen und zu streicheln. Wie zum Beispiel ich mit der profanen Bienenstich-Tasche von der Tankstelle.
Was wäre eigentlich, wenn wir, statt aus einem Katalog von schlechten Dingen ein oder zwei uns zu verbieten, Neujahrsvorsätze mal anders verstehen? Dass wir uns vornehmen, mit einer guten Eigenschaft von uns noch ein wenig mehr zu glänzen – die beste Version von uns noch ein wenig öfter zu zeigen. Und uns überlegen, ob wir genau damit den Unterschied machen können. Und vielleicht sogar so neue Wege einschlagen können oder für andere eine Inspiration sind, was Neues zu tun?
Genau darum wird es am Mittwoch um 18 Uhr bei den Kurpfalz-Horizonten im Café Bonafede gehen: „Das Leben kommt von vorne.“ Zu Gast sind Michael Dahlinger, evangelischer Pfarrer aus Hockenheim, der sich in seiner seelsorgerischen Arbeit mit Lebensbrüchen, Hoffnung und Neuorientierung befasst, der aber als Mann der Kirche derzeit auch mitten in einer Institution ist, die sich umstrukturieren muss. Jens Rückert, Ressortleiter für Inklusion und Integration des TV Schwetzingen 1864, der insbesondere aus der Arbeit mit jungen Menschen über Motivation, Rückschläge und neue Ziele spricht aber auch über sein wegweisendes Projekt Open Sporty Sunday. Sowie Yasmin Shabani aus Mannheim, Vizepräsidentin der Deutsch-Jordanischen Gesellschaft und ausgewiesene Arbeitsmarkt-Expertin, die Einblicke in berufliche Neuorientierung, Integration und Chancen im Wandel der Arbeitswelt gibt.
Ich freue mich auf die Runde und die spannende Diskussion. Und wissen Sie bzw. wisst Ihr was: Wenn ich mich jetzt auf dem Weg vom Homeoffice in Schwetzingen zum Wahlkreisbüro in Hockenheim mache, vielleicht gönne ich mir auf dem Weg noch eine Bienenstich-Tasche.
Foto der Woche
Was für ein großartiges Finale meiner Demokratietouren! Gestern hatten mein Team und ich noch einmal eine Gruppe aus dem Wahlkreis im Landtag zu Gast. Davor ging es wie immer in den Lern- und Erinnerungsort „Hotel Silber“ und zum gemeinsamen Mittagessen ins Restaurant Plenum. Stuttgart hatte seine schönsten Sonnenstrahlen für uns reserviert und es war eine so glückliche und motivierende Atmosphäre. Zehn Jahre lang hat mein Team dafür gesorgt, dass die Demokratietouren zu einer Marke geworden sind. Ich bin meinen Leuten so dankbar für diesen starken Einsatz.
