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Demokratietour in den Landtag / Daniel Born: „Demokratie lebt von Widerspruch, Verantwortung und Solidarität“

Veröffentlicht am 07.10.2025 in Wahlkreis

Stuttgart. Demokratie erleben, verstehen und darüber ins Gespräch kommen: Unter diesem Motto stand die jüngste Demokratietour des ehemaligen Landtagsvizepräsidenten Daniel Born aus Schwetzingen. Auf Einladung von Born machten sich gut 40 Bürger aus seinem Wahlkreis auf den Weg nach Stuttgart, um den Landtag von Baden-Württemberg zu besuchen und mit dem SPD-Politiker über seine politische Arbeit, parlamentarische Abläufe und aktuelle Themen zu sprechen.

Schon im Plenarsaal wurde deutlich, wie komplex, aber auch wie menschlich Politik ist. Daniel Born schilderte anschaulich, wie aus einem Anliegen aus dem Wahlkreis ein landespolitisches Thema werden kann: „Oft beginnt es mit einem Anruf – ein Bürger oder ein Verein meldet sich, weil eine Regelung Probleme bereitet. Dann recherchiert man, spricht mit Fachpolitikern, und manchmal entsteht daraus ein Änderungsantrag im Landtag. In den anderen Fällen ein Brief an den zuständigen Minister oder eine Presseerklärung. Das ist die ganz praktische Arbeit an der Demokratie.“

Ein zentrales Thema des Gesprächs war auch die Bürokratie und die Herausforderung, sie sinnvoll zu gestalten. Born beschrieb, dass es in Deutschland oft nicht an Regeln, sondern an deren Überlagerung mangele: „Wir bauen Bürokratie ab, aber gleichzeitig entsteht woanders neue. Das zeigt, wie wichtig ein durchdachter und praxistauglicher Ansatz ist. Besonders im Bereich des Wohnungsbaus – eines meiner Fachthemen – hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass gut gemeinte Regelungen manchmal zu neuen Hürden führen.“

Im persönlichen Teil des Gesprächs sprach Born auch offen über seine Zeit als Landtagsvizepräsident und seinen Rücktritt aus diesem Amt. „Ich habe einen Fehler gemacht und die Konsequenzen gezogen. Das gehört zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Rolle. Denn Politik besteht nicht nur aus Erfolgen, sondern auch aus dem Mut, Verantwortung zu übernehmen und ehrlich zu sein.“

Doch die Demokratietour war nicht nur Rückblick, sondern vor allem ein Appell an das gemeinsame Engagement. Besonders eindrücklich sprach Born über die Bedeutung historischer Erinnerung. Anhand der Geschichte des SPD-Politikers Ludwig Marum, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde, machte Born deutlich, warum Gedenken und Demokratiebildung untrennbar verbunden sind: „Ludwig Marum war einer der Letzten, die in Karlsruhe offen für die Demokratie eingetreten sind. Als er 1934 beerdigt wurde, war der Wald voll von Menschen, die flüsterten: ‚Wir dürfen das nicht vergessen. Wir treffen uns wieder, wenn das vorbei ist.‘ Diese Menschen haben uns den Auftrag hinterlassen, dass wir wachsam bleiben.“

Born betonte, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei, sondern immer wieder neu verteidigt werden müsse, gegen Gleichgültigkeit, Extremismus und Geschichtsvergessenheit: „Wir müssen dort, wo rechtsextreme Tendenzen auftauchen, deutlich widersprechen. Demokratie lebt von Widerspruch, Verantwortung und Solidarität.“

Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von der Mischung aus politischer Analyse, persönlicher Offenheit und historischem Bewusstsein. Eine Teilnehmerin sagte beim Abschied: „Man merkt, dass Daniel Born nicht nur Politik macht, sondern sie lebt. Das Gespräch hat uns gezeigt, dass Demokratie bei uns allen anfängt.“

 

Homepage Daniel Born

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