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Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau kündigt Nachbesserungen für das achtjährige Gymnasium an.

Veröffentlicht am 15.06.2008 in Politik

– leider hat es wieder nicht weit gereicht.

Von der heute bekannt gewordenen Schmalspurvorlage des Kultusministers Helmut Rau zur Nachbesserung am achtjährigen Gymnasium sind wir betroffenen Eltern ebenso wie die Lehrer enttäuscht. Es wird also keine Überarbeitung der Bildungspläne geben, die die Erfahrungen mit den jeweils jüngeren Schülern einbezieht.

Es wird keine Fortbildungsoffensive für die Lehrer geben, deren Rolle sich vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter wandeln soll und auch von einer Reform der Lehrerausbildung können wir nur weiter träumen. Und ebenso wenig wird es eine Investition in kleinere Klassen geben, die ja das schülerzentrierte, individualisierte Lernen erst möglich machen würden.

In Bayern, wo bald ein neuer Landtag gewählt wird, hat das Kultusministerium die Vorgaben der Kultusministerkonferenz zu Gunsten der Unterstufenschüler umgesetzt und flexibilisiert die Stundentafel für die dringend notwendige Differenzierung. Vor allem aber werden in Bayern zum neuen Schuljahr ca. 1000 Lehrerstellen im Nachtragshaushalt zusätzlich ausgewiesen, die für die Bildung kleinerer Klassen eingesetzt werden sollen. Darüberhinaus erhält jedes Gymnasium ein Budget von 10000 Euro für den Aushilfspool und weiteres pädagogisches Personal.

In Baden-Württemberg sind dies 75 (!) Lehrerstellen für die 375 Gymnasien und 4000 Euro für die Finanzierung einer Hausaufgabenbetreuung durch ältere Schüler oder externes Personal.

Wie arm ist Baden-Württemberg eigentlich, dass wir es uns leisten können, die dringend notwendigen Investitionen in die Bildung zugunsten einer sturen Haushaltssanierung weiter auf die lange Bank zu schieben? Haushaltssanierung wird gerne als Ziel bezeichnet, das die heutige Generation der zukünftigen schuldet. Und wie ist das mit der Bildung?

"Gute Bildung für alle" ist der Schlüssel für eine Teilhabe an der Gesellschaft. "Gute Bildung für alle", das ist das Motto der Bildungsaufbruch-Kampagne der SPD in Baden-Württemberg. Nun, wo sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben hat, kann man vielleicht wieder hoffen. Vorerst aber machen wir in Baden-Württemberg das Licht aus.

Saskia Esken – Bad Liebenzell

 

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