Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Hager,
die SPD- Fraktion beantragt, vorbehaltlich des Zuflusses aus Bundes- und Landesmitteln für Aufgaben im Sozialbereich, eine gezielte Sportförderung der öffentlichen Hand, welche nicht nur Ausgaben im Bereich der Jugendsozialarbeit, sowie der Kriminal- und Drogenprävention, sondern auch in der Gesundheitsvorsorge und der Rehabilitation erspart.
Jeder Jugendliche, der in der Gesellschaft aus dem Ruder läuft, kostet die Kommune mindestens 60.000 Euro, somit erspart der Sport mit seinen erfolgreichen präventiven und integrativen Angeboten den Kommunen hohe Ausgaben.
Sport ist Integrationsmotor. Sport ist aber auch Teil unseres Kulturerbes. Sportvereine sind unverzichtbar für Kommunal- und Stadtentwicklung und bürgen für Lebensqualität vor Ort.
Wir müssen daher unsere Vereine besser ausstatten. Dazu müssen wir sie in die Lage versetzen, Übungsleiter zu beschäftigen, wir müssen Ferienangebote des Sportkreises sicherstellen und den Sport fördern.
Deshalb soll bereits jetzt festgelegt werden, dass bei der Vergabe der vermutlich zufließenden Mittel für Aufgaben im Sozialbereich definitiv der Sport berücksichtigt wird.
Begründung:
Das Bevölkerungswachstums der letzten Jahre, sowie die, nach der aktuellen städtischen Prognose, weiterhin hohe Zahl an Kindern und Jugendlichen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte, stellen den Sozialbereich vor besondere Herausforderungen. Um den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt zu sichern, müssen wir in die investieren, die für diesen Zusammenhalt sorgen: Zusammenhalt braucht Menschen, die sich einsetzen!
Wo gelingt dies besser und einfacher als beispielsweise in unseren Sportvereinen.
Der örtliche Sport sollte also bestmöglich gefördert werden, was in Pforzheim bedingt durch die städtische Finanzlage, im Vergleich zu anderen Städten nicht immer in ausreichendem Maße möglich war.
Nicht Sparen am Sport, sondern Sparen mit dem Sport - dies muss die, gemeinsam von Sport und Politik getragene, künftige Devise als Antwort auf die gesellschaftlichen Herausforderungen sein.
Die subsidiäre öffentliche Sportförderung ist damit Hilfe zur Sicherung öffentlicher Aufgaben. Förderung von Sportvereinen darf nicht lediglich als Belastung für die Haushalte, sondern muss zukünftig als Investition in die Zukunft gesehen werden, wenn auf Dauer die Lebensqualität in unserer Stadt gesteigert und weiterentwickelt werden soll.
Der in den Vereinen organisierte Sport trägt maßgeblich zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben bei und wirkt durch seine soziale und integrative Arbeit in starkem Maße nachhaltig als ein wesentlicher Garant des Gemeinwohls, der in seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung mehr als bisher zu beachten ist.
Die Weichen für die Zukunft des organisierten Sports müssen jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen für die Sportförderung neu gestellt werden.
Auch Land und Bund haben erkannt, dass, nicht zuletzt durch die Zuwanderung aus Asylgründen, gerade die Städte besonders gefordert sind und deshalb bereits finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt, teilweise auch schon ganz konkret.
Diese Unterstützung wollen, ja müssen wir, in den sozialen Zusammenhalt also in den Sport investieren und damit in Köpfe und Herzen der Menschen und nicht nur in Beton.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Fuhrmann Henry Wiedemann Jacqueline Roos
Fraktionsvorsitzender Stadtrat stv. Fraktionsvors.