Gewerkschaftsmitglieder, Betriebsräte und SPD-Mitglieder diskutierten am 11. April 2007 in einer Veranstaltung der AfA, der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmer, mit der SPD-Landesvorsitzenden Ute Vogt über aktuelle gesellschaftspolitische Themen. Der Schwerpunkt lag hierbei bei den Themen Altersteilzeit und dem Themenkomplex "50 Plus" (Arbeitsplätze für Menschen über 50 Jahre schaffen - Arbeitsbedingungen für über 50jährige verbessern).
In einem informativen und ausführlichen Vortrag informierte Ute Vogt zunächst über geplante Kernpunkte der Altersteilzeit und "50 Plus" und berichtete auch über aktuelle Überlegungen zu Nachbesserungen der bereits durchgeführten Reformen. Sie stellte nochmals deutlich die Notwendigkeiten der Reformen dar.
In einer darauf folgenden, lebhaften, engagierten und zum Teil kontrovers geführten Diskussion berichteten Betriebsräte über ihre Erfahrungen und Sorgen zu dieser Thematik und machten deutlich, dass es der Politik künftig sehr gelegen sein muss, die notwendigen, weiteren Reformen mit den betroffeneren Bürgern zu planen und die Ergebnisse bereits vollzogener Reformschritte konsequent zu beobachten und gegebenenfalls nachzubessern. Beim Rentenzugang muss ein flexibler Korridor geschaffen werden, dazu ist die Altersteilzeit nur ein Faktor - sie muss so gestaltet sein damit es zu keinen weiteren Abschlägen bei der Rente kommt. Bereits 2020 werden 40% der Beschäftigten 50 Jahre und älter sein. Deshalb muss sich die Arbeitswelt den älter werdenden Beschäftigten anpassen. Weiterbildung, betriebliche Prävention und Rehabilitation während des gesamten Arbeitslebens werden immer wichtiger. Vorbild könnten skandinavische Programme sein. Zudem waren sich die Diskussionsteilnehmer darüber einig, dass weiterhin Erklärungsbedarf in der Gesellschaft besteht und Vorurteile ausgeräumt werden müssen, da die Reformen nur mit den Menschen getroffen werden können.
Die Anwesenden waren sich zusammen mit Ute Vogt nach der zweieinhalbstündigen Diskussion einig, dass es insbesondere beim Zugang zur Rente zu einen flexibleren Korridor kommen muss, da viele Arbeitnehmer nicht bis zum Rentenalter bis 67 arbeiten können. Ute Vogt kündigte an, dass eine Arbeitsgruppe dazu bis zum Ende des Jahres Vorschläge erarbeiten wird.
Andreas Martin
Kreisvorsitzender AfA Pforzheim/Enzkreis