
In den vergangenen Tagen traf sich Landtagskandidat Philipp Göhner (SPD) mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Realschullehrerverbands in Baden-Württemberg Andreas Kuhn.

In den vergangenen Tagen traf sich Landtagskandidat Philipp Göhner (SPD) mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Realschullehrerverbands in Baden-Württemberg Andreas Kuhn.
Der Realschullehrerverband vertritt die vielen Realschullehrer im Land und tritt ebenfalls für die Qualität dieser Schulart ein.
Für Philipp Göhner war es wichtig, gerade im Blick auf die Pandemie, sich über die Situation an den Realschulen im Land zu informieren. „Schulpolitik kann nur mit den Schulen funktionieren. Mir ist es wichtig zu wissen, wo der Fuß drückt.“
Andreas Kuhn lenkte zu Beginn des Gesprächs das Augenmerk auf die Forderung seines Verbands eine verbindliche Grundschulempfehlung wieder einzuführen. Der Verband sieht durch die Abschaffung der verbindlichen Empfehlung die Qualität von Gymnasien und Realschulen gefährdet.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging es um die aktuelle Situation an den Realschulen im Land. Kuhn stellt zur aktuellen Situation fest: „Ich tue mich schwer mit der Aussage: Wir machen alle Schulen unabhängig der Inzidenzlage auf.“
Ein entscheidender Unterschied zwischen Kitas, Grundschulen und den weiterführenden Schulformen ist für ihn das Problem mit dem Schulbusbetrieb. Volle Busse und Bahnen seien für Schulöffnungen ein großes Problem. Der Digitalunterricht funktioniere bei älteren Schülern vergleichsweise gut. Kuhn sieht im Digitalunterricht sogar eine Chance für ältere Schüler. Individuelles Lernen würde so gefördert werden. Gleichzeitig könnten digitale Angebote den Präsenzunterricht langfristig nicht ersetzen, vielleicht aber ergänzen. Bei geringerer Inzidenzlage sollten laut Kuhn die jüngeren Schüler Vorrang haben. So bald wie möglich bräuchten die Schulen im Land Assistenz bei der Digitalisierung. Daniel Steinrode versprach ihm dieses Thema im Nagolder Gemeinderat zur Sprache zu bringen. Göhner stellte zudem beim Thema Digitalisierung fest, dass dringend bürokratische Hürden abgebaut werden müssen. „Wenn der Bund Fördermittel für Schulen freigibt darf es nicht Jahre brauchen bis das Geld ankommt. Vor allem die Bundesländer stehen hier in der Verantwortung. Am Willen der Bundesregierung mangelt es im Moment nun wirklich nicht“
Nach dem Lockdown komme, so Kuhn, aller Wahrscheinlichkeit nach der Wechselunterricht. Dieser sei die einzige Möglichkeit größere Menschenansammlungen in Klassenräumen und Schulbussen zu verhindern. Für die kommende Zeit wünscht sich Kuhn, dass man der Wahrheit ins Auge blicke. „Wir brauchen eine Entrümpelung der Bildungspläne. Der versäumte Stoff ist eigentlich nicht mehr nachzuholen. Bei manchen Inhalten muss man sich wirklich die Frage stellen, ob die Schüler dies in der aktuellen Lage unbedingt wissen müssen. Da braucht es jetzt leider radikale Maßnahmen.“ Eine automatische Versetzung lehnte Kuhn ab. Philipp Göhner regte an den Schülern die Möglichkeit zu geben das Jahr freiwillig zu wiederholen, ohne befürchten zu müssen von der Schule zu fliegen.
Philipp Göhner bedankte sich abschließend für die Zeit und die vielen Informationen über die Situation der Schulen im Land. „Gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, müssen wir unser aller Zukunft im Blick behalten. Diese Zukunft liegt vor allem in einer guten Bildung für die nun heranwachsende junge Generation.“
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